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Selbstbräuner statt Solarium?

Hautärzte halten Selbstbräuner für weniger schädlich als ausgiebige Sonnenbäder. Bei der Anwendung können Sie einiges falsch machen. Mit unseren Tipps gehen Sie auf Nummer sicher
von Dr. med. Roland Mühlbauer, aktualisiert am 17.10.2016

Braun gebrannt, ganz ohne Sonne: Selbstbräuner machen es möglich

Shutterstock/Ammentorp

Der Winter naht, die Sonne wird rar, die Haut erblasst. Mancher wünscht sich da den bräunlichen Teint des Sommers zurück. Selbstbräuner sollen genau das bewirken. Wer entsprechende Cremes, Gele, Emulsionen, Tücher oder Sprays auf die Haut aufträgt, dessen äußere Hülle verfärbt sich leicht bräunlich. Doch was sind überhaupt Selbstbräuner? Und sind sie gefährlich?

"Per Definition des VKE*-Kosmetikverbandes dürfen Selbstbräuner nur die obersten Schichten der Haut anfärben, ohne eine Pigmentproduktion einzuleiten", sagt der Kölner Hautarzt Dr. Hans-Georg Dauer.

Bräunender Effekt durch DHA

Die Bräunungsprodukte enthalten oft die Substanz Dihydroxyaceton, kurz: DHA. "Der Einfachzucker DHA reagiert mit der obersten Schicht der Haut, der Hornschicht. Und in der Folge kommt es wenig später zu einer bräunlichen Verfärbung", erklärt Hautarzt Professor Eggert Stockfleth, Direktor der Dermatologischen Klinik der Ruhr-Universität Bochum. Grundsätzlich seien Selbstbräuner für alle Hauttypen geeignet.

Die Produkte schützen die Haut nicht vor UV-Strahlen. Ein Sonnenbrand ist also trotz Bräunungscreme möglich. Wer sich länger in die Sonne begibt, muss ein Sonnenschutzmittel anwenden.

Auf das Verfallsdatum achten

Die Verwendung der Substanz DHA in Selbstbräunern sehen die Experten als eher unproblematisch für die Gesundheit an. Nur bei falscher Lagerung, zum Beispiel in großer Hitze, oder bei Verwendung des Selbstbräuners über das Verfallsdatum hinweg könnten Stoffe entstehen, die die Haut reizen oder sogar giftig sind.

Weil Selbstbräuner nicht als Medizinprodukt gelten, müssen die Hersteller keine genaue Angabe der Inhaltsstoffe veröffentlichen. "Wie bei anderen kosmetischen Produkten besteht bei Selbstbräunern die theoretische Möglichkeit von allergischen Reaktionen", sagt Stockfleth. Er habe das allerdings noch nicht erlebt. Viel häufiger kämen zum Beispiel Allergien auf Haarfärbemittel vor.

Das Streifenhörnchen-Phänomen vermeiden

Tückisch bei der Anwendung von DHA ist, dass sich die Haut an Stellen mit dickerer Hornschicht intensiver färbt. Dazu zählen Fingerknöchel, Ellbogen, Knie und Fersen. "Das führt leicht zu streifenförmigen Veränderungen, dem sogenannten Streifenhörnchenphänomen", warnt Stockfleth.

Dauer empfiehlt, möglichst viele Hautschuppen von der Haut zu entfernen, um Flecken zu vermeiden: "Und gerade bei den Stellen mit dickerer Hornschicht sollte man vor der Anwendung von Selbstbräunern ein kräftiges Peeling vornehmen."

Beim Auftragen des Selbstbräuners kommt es dann auf eine möglichst gleichmäßige Verteilung der Substanz an. Wichtig sei zum Beispiel der Übergang vom Gesicht zum Hals, erläutert Stockfleth: "Manche tragen im Gesicht mehr auf und sparen den Hals aus, da kommt es dann zu einem merkwürdigen Kontrast." Auch der Haaransatz und die Augenlider sind schwierige Stellen.

Hände schützen

Wer Cremes verwendet, sollte entweder Handschuhe tragen oder nach dem Einschmieren sofort gründlich die Hände waschen, damit sich diese nicht zu stark verfärben. Dauer schlägt als Alternative Sprays vor, weil sie den Selbstbräuner in Form winziger Kügelchen zerstäuben und so eine maximale Verteilung des Wirkstoffes ermöglichen. Wichtig: Darauf achten, das Mittel nicht versehentlich einzuatmen. 

Nach dem Auftragen muss der Selbstbräuner etwa eine halbe Stunde einziehen. In der Zeit kann er auch noch auf die Kleidung übergehen. Wer so viel aufträgt, dass die Haut nicht alles aufnimmt, bei dem kann der Selbstbräuner auch länger abfärben. "Vor allem an Stellen, an denen man besonders schwitzt, können gelbbraune Verschmutzungen entstehen. Zum Beispiel in der Achselhöhle", sagt Stockfleth. Danach hält die neu gewonnene Bräune etwa drei bis vier Tage an, bis der Körper die äußerste Schicht der Haut wieder abgestoßen hat.

Schonende Hautpflege nach dem Auftragen

"Nach der Anwendung des Selbstbräuners am besten abends mit einer Body Lotion eincremen, das hält die Haut geschmeidig und verhindert eine vorzeitige Abschuppung mit dem Verlust der Bräune", empfiehlt Dauer. Stockfleth rät außerdem, zum Erhalt der Bräune nicht zu lange zu baden und beim Duschen nicht zu stark zu schrubben.

*VKE steht für Verband der Vertriebsfirmen kosmetischer Erzeugnisse e.V.



Bildnachweis: Shutterstock/Ammentorp

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